Ausländische Mitbürger

Bei ausländischen Mitbürgern, die in Deutschland wohnhaft sind, gibt es einige Besonderheiten und Unterschiede, die wir auf dieser Seite zusammen gestellt haben.

Erbfolge:

Mit Inkrafttreten der neuen Europäischen Erbrechtsverordnung (EuErbVO) am 17.08.2015 gilt, wenn eine Person verstirbt, das Recht des letzten gewöhnlichen Aufenthalts des Erblassers.

Das bedeutet, dass bei einem Ausländer mit letztem gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, automatisch deutsches Recht Anwendung findet.

Generalvollmacht:

Ausländischen Mitbürgern, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, bringt eine notarielle Generalvollmacht einen weiteren riesigen Vorteil:

Wenn eine notariell beurkundete Vollmacht vorliegt, können die Bevollmächtigten mit der Vollmacht alle Angelegenheiten in Deutschland erledigen, z.B. Behördengänge (Ausländeramt, Sozialamt, Finanzamt), Versicherungsangelegenheiten, Bankangelegenheiten, Kauf oder Verkauf einer Immobilie, Bestellung einer Grundschuld.

Der ausländische Mitbürger muss nicht mehr selbst überall hingehen.

Eine notarielle Generalvollmacht gilt so gut wie überall!

Notarielle Beurkundung:

Bei einer notariellen Beurkundung muss vom Notar die gesamte Urkunde den Beteiligten vorgelesen, von diesen genehmigt und anschließend von allen Beteiligten und vom Notar unterschrieben werden.

Eine notarielle Beurkundung ist z.B. erforderlich beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie, bei der Beurkundung einer Generalvollmacht, bei der Beurkundung eines Testaments oder Erbvertrags.

Spricht oder versteht ein ausländischer Mitbürger nicht genügend deutsch, dann muss der Beurkundung ein Dolmetscher hinzugezogen werden, der die Urkunde Satz für Satz in die Sprache des ausländischen Mitbürgers übersetzt und nach Abschluss der Urkunde diese zusätzlich unterschreibt. Auch der Dolmetscher muss sich beim Notar ausweisen.

Der Ehegatte oder ein Kind des ausländischen Mitbürgers können nicht Dolmetscher sein. Dolmetscher kann aber jede andere Person sein, die die Heimatsprache des ausländischen Mitbürgers und deutsch ausreichend gut spricht, z.B. Bruder oder Schwester, Freunde oder Nachbarn. Ein amtlich bestellter und vereidigter Dolmetscher ist somit nicht erforderlich.

Bitte teilen Sie uns am Besten bereits bei der Terminvereinbarung mit, wenn ein Beteiligter der deutschen Sprache nicht ausreichend kundig ist, damit wir für den Termin gleich etwas mehr Zeit einplanen können.

Bitte geben Sie uns vor dem Termin auch die Personendaten des von Ihnen gewünschten Dolmetschers durch.

Unterschriftsbeglaubigung:

Bei einer Unterschriftsbeglaubigung muss die Urkunde nicht vorgelesen werden. Hier bestätigt der Notar nur, dass eine bestimmte Person eine Unterschrift auf einem bestimmten Schriftstück geleistet hat.

Deshalb ist bei einer Unterschriftsbeglaubigung auch nicht nötig, dass eine Person deutsch spricht.

Der Text muss auch nicht in deutscher Sprache abgefasst sein.

Wenn die Urkunde für das Ausland benötigt wird, z.B. eine Vollmacht zur Erledigung bestimmter Dinge, dann empfiehlt es sich, den Text gleich in der Landessprache abzufassen, damit die Urkunde nicht mehr übersetzt werden muss, was zusätzliche Kosten verursachen würde.

Bei der Unterschriftsbeglaubigung ist es jedoch erforderlich, dass diejenige Person, deren Unterschrift beglaubigt werden soll, persönlich beim Notar erscheint.

Eine Unterschriftsbeglaubigung benötigt keinerlei Vorbereitungszeit und dauert nicht lange. Deshalb sind Termine jederzeit möglich. Bitte rufen Sie zur Terminvereinbarung dennoch an, damit Sie nicht warten müssen.